Gerda
GrafDie Begleitung demenzkranker Menschen in ihrer letzten
Lebensphase hat ein Curriculum im Blick, das die
Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz unter dem Titel „Mit-Gefühlt“
herausgegeben hat. (1) Es soll Hospizhelfern, Pflegekräften in
Krankenhäusern und Altenheimen sowie Medizinern, Seelsorgern und
Sozialarbeitern das nötige Ausbildungs- Know-How an die Hand
geben, um das veränderte Wirklichkeitsverständnis und Erleben
Demenzkranker zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.
Das Curriculum zur Begleitung Demenzkranker in ihrer letzten
Lebensphase wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V.
(BAG), der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., dem Institut
für integrative Validation (IVA) und anderen Experten
erarbeitet. Sie wollen damit einen Beitrag zur Verbesserung der
hospizlichen Strukturen bei der Sterbebegleitung Demenzkranker
liefern, deren Zahl in Deutschland auf rund eine Million
Menschen geschätzt wird. Tendenz steigend. Der Zugang zu
demenzkranken Menschen, die sich zunehmend in ihre eigene
Innenwelt und in die Vergangenheit zurückziehen, ist durch den
Verlust ihrer normalen Kommunikationsfähigkeit sehr schwierig.
Den Erkrankten fällt es schwer, Erinnerungen abzurufen, neue
Erfahrungen aufzunehmen, sich räumlich und zeitlich zu
orientieren. Sie leben zwar in unserer Realität, aber in ihrer
eigenen Wirklichkeit Bei der Begleitung dieser Menschen, vor
allem auch in der letzten Lebensphase, müssen wir daher umdenken
und andere Kommunikationsmethoden anwenden, damit der Wunsch
nach Kontakt und Nähe, Sicherheit und Geborgenheit erfüllt
werden kann. Besonders wichtig ist es, sich auf die subjektive
Wirklichkeitsebene der Patienten einzulassen, damit sie sich
nicht unverstanden oder eventuell sogar bedroht fühlen – von
einer Realität, die sie nicht mehr verstehen. Ein Zugang zu
Demenzkranken bietet sich außerdem durch den verstärkten Einsatz
von Mimik und Gestik, Körpersprache und Berührung, durch den
Umgang mit altvertrauten Materialien und Gegenständen sowie
durch die Ansprache über Musik und andere sinnliche
Wahrnehmungen. Das Curriculum für den Ausbildungsbereich in der
Hospizbewegung, in Altenpflegeheimen, Krankenhäusern und
sonstigen themennahen Organisationen bietet auf 96 Seiten Module
und Materialien über das Krankheitsbild und die Erfordernisse
einer adäquaten Begleitung. Es enthält zudem für Lehr- und
Vortragsveranstaltungen 53 Folien, die auf einem CD-Datenträger
in der Publikation enthalten sind. (1)
Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hrsg.): MIT-GEFÜHLT.
Curriculum zur Begleitung Demenzkranker in ihrer letzten
Lebensphase. Wuppertal: der hospiz verlag, 2004. |