Gerda
Graf und Fachgruppe „Hospizarbeit in Einrichtungen“ der
Bundesarbeitsgemeinschaft HospizEinrichtungen der stationären
Altenhilfe waren schon immer Orte des Lebens und des Sterbens.
Sie vereinen das Bemühen, den Bewohnerinnen und Bewohnern einen
lebenswerten, kreativen und geborgenen Lebensabend zu
ermöglichen, mit der Sorge um schwerkranke, stark
pflegebedürftige oder an Demenz erkrankte Menschen. Auch im
Leben der einzelnen Bewohner verändert sich der Bedarf an
Unterstützung: Vor kurzem noch aktiv und an den vielfältigen
Angeboten der Einrichtung teilnehmend, kann jetzt – plötzlich
oder nach einem längeren Prozess – die Versorgung und Begleitung
eines Schwerkranken im Vordergrund stehen.
Viele Altenhilfeeinrichtungen interessieren sich verstärkt für
Anregungen und Beispiele aus der Hospizbewegung, für die
Hospizkultur und das verbesserte Pflegewissen im Kontext von
Palliative Care, ohne dabei selbst ein Hospiz werden zu wollen.
Seit einigen Jahren begleiten Hospizdienste auch die
Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen, eine Unterstützung,
die sowohl den Bedürftigen als auch der Einrichtung selbst zu
Gute kommt. Nicht zuletzt in diesem Kontext befasst sich die
Fachgruppe „Hospizarbeit in Einrichtungen“ der BAG Hospiz
schwerpunktmäßig mit der Fragestellung einer hospizlichen Kultur
in der stationären Altenhilfe.
Erstellt wurde eine Broschüre, mit der die BAG Hospiz den
Altenhilfeeinrichtungen eine Hilfestellung bieten will, die
bewohnerorientierte Sterbebegleitung nach hospizlichem Ansatz
weiter zu verbessern.1
Darin werden Indikatoren und Empfehlungen für hospizliches
Denken und Handeln in Einrichtungen der stationären Altenhilfe
vorgestellt, die als Anregung und Überprüfung für eine
individuelle Begleitung von Sterbenden dienen können. Sie sollen
zukünftig die Diskussion um Qualität und Vergleichbarkeit bei
der Implementierung von hospizlicher Kultur und Kompetenz in die
Regelabläufe solchen Einrichtungen und Institutionen fördern.
Dieses Grundsatzpapier möchte Wege zur und Indikatoren für
Hospizkompetenz eines Alten- und Pflegeheimes so beschreiben,
dass man daran ablesen kann, ob ein Alten- und Pflegeheim
erkenn- und überprüfbar im Sinne von Hospizidee und Palliative
Care tätig ist. Damit sind die folgenden Prinzipien und
Haltungen gemeint:
- Ganzheitliches Begleiten von Sterbenden und ihren
Angehörigen, um ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen
- Erkennen und Lindern der körperlichen, psychischen, sozialen
und spirituellen Schmerzen
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Achtung der Autonomie aller Betroffenen
- Anerkennen des Sterbens und der Trauer als Teil des Lebens
- Einbeziehen von befähigten Ehrenamtlichen in die
Sterbebegleitung
- Begleitung und Beistand statt aktiver Sterbehilfe
1
Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hg.) 2006: Hospizkultur
im Alten- und Pflegeheim – Indikatoren und Empfehlungen zur
Palliativkompetenz. Erhältlich in der Geschäftsstelle der BAG
Hospiz, Am Weiherhof 23, 52382 Niederzier; Tel.: 02428 802937,
Tel.: 02428 802892, Email: ; Homepage:
www.hospiz.net |